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Umweltschutz im WorldWideWeb - was geht?

Umweltschutz auch im WorldWideWeb

Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehören eng zusammen. Inwieweit kann man sich rund um das Thema Webseiten, Webdesign und Webprogrammierung umweltgerecht verhalten? Wo befinden sich Sparpotentiale, die die Umwelt und die Natur schützen? Welche Pflichten haben Agenturen und Webseitenbetreiber?

Was bedeutet Nachhaltigkeit bei Webseiten?

Im allgemeinen sind nachhaltige Produkte material- und energieeffizient, schadstoffarm, langlebig, reparaturfähig und recyclebar. Webseiten wären ohne Berücksichtigung der Energieeffizienz ausgesprochen umweltfreundlich. Allerdings benötigt der Transfer von Daten zwischen dem Webseitenbesucher und Webseitenanbieter viel Energie und damit fördert jeder mit der Benutzung der Internets den CO2-Ausstoß.

Der Energieverbrauch ist abhängig von der Datenmenge, die wiederum ist abhängig von den Inhalten der jeweiligen Webseite. Bilder oder beispielsweise Dokumente zum Download besitzen eine hohe Datenmenge, besonders wenn sie nicht komprimiert oder unnötigerweise geladen werden. Aber auch der unnötige Einsatz von Redaktionssystemen wie z.B. Wordpress oder Drupal erhöhen die Datenmenge einer Webseite. Webdesigner und Webprogrammierer sollten folglich Datenmengen und Ladezeiten nicht nur hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung, sondern auch unter Umweltaspekten im Auge behalten.

Im Prinzip muss das Thema Nachhaltigkeit damit auch einen Platz bei dem Kundengespräch während der Planung von Webseiten haben. Agenturen und Webseitenanbieter sind in der Pflicht ihre Kunden über Datenmengen und den damit verbunden CO2-Ausstoß zu informieren.

Sind Webserver die Dreckschleudern des 21. Jahrhunderts?

Der durch das Internet verursachte CO2-Ausstoß ist leider größer als man vermuten mag. Laut der Recherche des ZDFs, verbraucht Deutschland für den Betrieb des Internets etwa 13 Terawattstunden. Da sich darunter wahrscheinlich nur wenige etwas vorstellen können liefert das ZDF noch einen Vergleich dazu. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch von Berlin. Ungefähr ein Drittel der Energie ist für die Klimaanlagen nötig, die die Server auf eine konstante Temperatur kühlen.

Daher ist ein Webhoster, der seine Server ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betreibt, aus umweltfreundlicher Sicht durchaus unterstützenswert und herkömmlichen Webhostern vorzuziehen.

Sind Online-Shops umweltfreundlich?

Für Menschen mit Handycab, die ihre Wohnung nicht oder nur mit großem Aufwand und unter erschwerten Bedingungen verlassen können, sind die Online-Shops sicher eine großartige Erfindung und ein großes Geschenk. Für alle anderen gilt, es wäre besser sich selbst auf den Weg zum Geschäft zu machen, am besten mit dem Fahrrad, und den lokalen Markt zu unterstützen. Dies gilt besonders für Produkte, die ohne weiteres vor Ort erhältlich sind.

Denn der Transport eines einzelnen Produkts, erfordert mehr Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und unnötige Verpackung als eine größere Menge. Kann der Paketbote oder die Paketbotin den Empfänger bzw. die Empfängerin nicht antreffen, entsteht weiterer Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Wird die Ware aus welchen Gründen auch immer, wieder an den Verkäufer bzw. die Verkäuferin zurückgesandt, was in Deutschland nicht selten vorkommt, entsteht wieder unnötiger Energieverbrauch inklusive dem damit verbundenen CO2-Ausstoß. Deshalb ist es hinsichtlich Umweltfreundlichkeit nicht empfehlenswert im Online-Shop einzukaufen und sinnvoll den Online-Kauf allenfalls auf Produkte zu beschränken, die man selbst nur unter sehr erschwerten Bedingungen oder sehr weite Anfahrtswege im Geschäft erwerben kann.

Eine "grüne" Suchmaschine

Ecosia ist eine Suchmaschine, die sich der Natur verschrieben hat. Die Daten die beim Benutzen der Suchmaschine entstehen werden verkauft. Mit Hilfe dieser Einnahmen werden Bäume gekauft und gepflanzt. Umweltschutz per Nutzung einer Webseite. Nach eigenen Angaben werden die Server zu 100% aus erneuerbarer Energie betrieben, es erfolgt kein Tracking der Benutzer und Benutzerinnen und es gibt monatliche Finanzberichte.

Wie jedoch die Suchergebnisse sind, vermag ich hier im Moment nicht zu beurteilen. Allerdings dürften sie zielführend sein, da Ecosia die Suchmaschine Bing zur Grundlage hat. Außerdem versieht Ecosia umweltfreundliche Produkte in den Suchergebnisse mit dem „green leaf“-Symbol um diese zu unterstützen und dem Benutzer eine Orientierung für umweltfreundliche Produkte zu geben. Eine Chance könnte man der Suchmaschine mit derart guten umweltfreundlichen Absichten jedoch durchaus zukommen lassen.

Fazit

Es lohnt sich und ist dringend nötig sich mit dem Thema näher zu beschäftigen und auseinander zu setzen. Wissen anzusammeln und das eigene Verhalten zugunsten der Umwelt entsprechend anzupassen ist unumgänglich. Aber auch Wissen über Nachhaltigkeit und Umweltschutz weiterzugeben ist wichtig und macht sogar Spaß.

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Bildnachweis

Beitragsfoto von Mika Baumeister bei Unsplash